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Call for Papers

Argumentieren und Vergleichen - Interdisziplinäre fachdidaktische Veranstaltung

 

Argumentieren  und Vergleichen sind zentrale Handlungen im Unterricht aller Fächer, die dazu dienen, tiefgreifende Verständnis- und Bewertungsprozesse bei den SchülerInnen anzuregen. Auf der interdisziplinären Tagung „Argumentieren und Vergleichen“ sollen aktuelle fachdidaktische Forschungsarbeiten zur Argumentation, zum Vergleich und zu den Interdependenzen zwischen Argumentation und Vergleich präsentiert und diskutiert werden.

Zu den folgenden drei Themenbereichen können Abstracts eingereicht werden:

Argumentation: Als zentrale Kulturtechnik ist die Argumentation Grundlage von demokratischen Entscheidungsprozessen in allen gesellschaftlichen Teilbereichen. Damit wird die Argumentationsfähigkeit zu einer Kompetenz, die in der Schule fächerübergreifend vermittelt werden sollte und demzufolge in den Richtlinien und Bildungsstandards unterschiedlicher Fächer (u. a. Deutsch, Politik, Fremdsprachen, Naturwissenschaften, Mathematik) verankert ist. Die Argumentation gehört auch zu den grundlegenden kommunikativen Handlungen im schulischen Unterricht. Es werden ihr große Bedeutung für das Verständnis fachlicher Konzepte, für die individuelle Wissenskonstruktion, für die Meinungsbildung und die Wertorientierung der SchülerInnen zugeschrieben. Entsprechend dem fachlichen Hintergrund bzw. den „typischen“ Fragestellungen der Unterrichtsfächer werden jedoch unterschiedliche Schwerpunkte gelegt (siehe Budke et al. 2015).

Vergleich: Der Vergleich ist eine zentrale Methode, mit der aus singulären Beobachtungen übergeordnete Aussagen gezogen werden können und mit deren Hilfe der Erklärungswert von Modellen überprüft werden kann. Auf diese Weise können komplexe Fragestellungen von den SchülerInnen verstanden werden und übertragbare Einsichten werden vermittelt. Der Vergleich ist besonders geeignet, um komplexe Zusammenhänge zu ordnen, Modellvorstellungen zu ermöglichen und das systemische Denken vorzubereiten. Durch Vergleiche wird es möglich, Beispiele einzuordnen und das jeweils Besondere und Typische vom Allgemeingültigen zu unterschieden. Zudem kann der Wert von Modellen durch Vergleiche mit realen Beispielen diskutiert werden. Der Vergleich ist auch wesentlicher Bestandteil von Transfers des an einem Beispiel Gelernten auf andere Zusammenhänge. Auf der Tagung können aktuelle theoretische Ansätze und empirische Arbeiten zum Vergleichen in unterschiedlichen Schulfächern vorgestellt werden.

Interdependenzen zwischen Argumentation und Vergleich: Wenn Vergleiche als Teil eines Problemlöseprozesses im Unterricht eingesetzt werden, kann die Argumentation zu einem zentralen Bestandteil werden, um die getroffenen Entscheidungen zu begründen und zu reflektieren. Es müsste u.a. die Wahl der Vergleichseinheiten, die der Vergleichsvariablen, deren Gewichtung und Bewertung argumentativ untermauert werden (Wilcke und Budke 2019). Bei Argumentationen scheint dagegen der Vergleich eine große Bedeutung zu haben, was sich u.a. darin zeigt, dass zu Beginn einer Argumentation die Strittigkeit eines Sachverhalts durch den Vergleich unterschiedlicher Thesen erkannt wird. Es stellt sich die Frage, inwiefern im Unterricht unterschiedlicher Fächer argumentationsbasierter Vergleichsprozess und vergleichsbasierte Argumentationsprozesse stattfinden und von den Unterrichtsmedien unterstützt werden.

Literatur:

  • Budke, Alexandra; Kuckuck, Miriam; Meyer, Michael; Schäbitz, Frank; Schlüter, Kirsten; Weiss, Günther (Hrsg.: 2015): Fachlich argumentieren lernen. Didaktische Forschungen zur Argumentation in den Unterrichtsfächern. Waxmann: Münster.
  • http://www.pedocs.de/volltexte/2017/14021/pdf/Budke_et_al_2015_Fachlich_argumentieren_lernen.pdf
  • Wilcke, Holger und Budke, Alexandra (2019): Comparison as a Method for Geography Education. In: Education sciences, 9 (3) 225.
  • https://www.mdpi.com/2227-7102/9/3/225/htm